Meerwasserwärme und Abwärme intelligent vernetzt

Ort Neustadt in Holstein
Zeitraum 2025-fortlaufend
Leistung
  • Leistungsphase 1-8 gemäß HOAI
  • Örtliche Bauüberwachung
Kennzahlen
  • 400 m Nahwärmetrasse geplant und realisiert
  • RAUTHERMEX-Systeme DN 160/ DA 250
Anforderungen
  • Anbindung des Wärmenetzes an das Müllheizkraftwerk ZVO
  • Vernetzung mit Deutschlands erster Meerwasser-Wärmepumpe im Quartiersmaßstab
  • Kombinierte Verlegung von Nahwärmeleitungen und Mittelspannungskabeln
  • Anschluss an das örtliche Umspannwerk
  • Aufrechterhaltung der Hauptverkehrsader

Im neuen Hafenquartier von Neustadt in Holstein dient die Ostsee als Wärmequelle für Deutschlands erste Meerwasser-Wärmepumpe in einem größeren Wärmenetz. Über einen Wärmetauscher gibt das Meerwasser thermische Energie an einen separaten Glykolkreislauf ab und fließt anschließend abgekühlt zurück. Die Wärmepumpe hebt die gewonnene Energie auf das erforderliche Temperaturniveau. Seit Anfang 2026 werden damit die ersten Mehrfamilienhäuser versorgt. Dieses Pilotprojekt strahlt mit seiner Innovation einen Vorbildcharakter aus.

Um die Effizienz und Versorgungssicherheit des Wärmesystems weiter zu erhöhen, wird das Wärmenetz der Meerwasser-Wärmepumpe zusätzlich an das Müllheizkraftwerk des Zweckverbands Ostholstein angebunden. LEHNE ing. plant und realisiert hierfür eine 400 Meter lange Nahwärmeleitung einschließlich Wärmeübergabestation. Zum Einsatz kommt ein RAUTHERMEX-System mit flexiblen SDR-11-Rohren DN 160 und DA 250 für Vor- und Rücklauf. Zur Nutzung von Synergien und der nachhaltigen Verbesserung der Infrastruktur werden parallel dazu Mittelspannungsleitungen abschnittsweise gemeinsam mit der Nahwärmetrasse in einer Kombibaugrube geführt und an das örtliche Umspannwerk angeschlossen.

Da Neustadt in Holstein durch seine Lage an der Ostsee ein beliebter Ferienort ist und die Erreichbarkeit des Ortes von Südwesten nur über die Eutiner Straße möglich ist, war der Eingriff in den Verkehr hier eine Operation am offenen Herzen. Durch einen detailliert ausgearbeiteten Bauablaufplan, ein eng abgestimmtes Verkehrskonzept und eine hervorragende Kommunikation zwischen den Stadtwerken Neustadt in Holstein und LEHNE ing. konnten die Arbeiten so koordiniert werden, dass es während der Haupturlaubszeiten keine Einschränkungen auf den Verkehr der Eutiner Straße gab, ohne dass die Arbeiten unterbrochen werden mussten.